Schwer

Gerade lese ich die Beobachtungen eines Unscheinbaren. Ich weiß nicht, was ich dazu schreiben kann, Wörter wie „gut“ oder gar „großartig“ werden dem nicht ansatzweise gerecht. Es gibt nichts, was diese Texte beschreiben kann, nicht einmal das Gefühl, das sie in mir schaffen wage ich aufzuschreiben.
Wie klein sind doch wir Menschen und all unser intellektueller Ballast gegenüber unseren Gefühlen. Wir schaffen doch nur Wälle, um uns nicht selbst mit unseren Gefühlen zu konfrontieren.
Lest diese Texte, spürt Euer Herz, aber hört dazu bloß nicht Queen BEE. Es könnte zerreißen…

Hm

Ich weiß nicht, ob ich zu eifersüchtig bin, weiß auch nicht, ob das überhaupt gut ist. Ich weiß, dass, wenn ich es wäre, ich keinen Grund dazu hätte. Es ist nicht einfach, authentisch zu sein und trotzdem zu verbergen, wie wichtig sie mir ist. Sie fühlt sich dadurch bedrängt. Ich versuche, mich einzuschränken, sage nichts.
Bleibt mein Gesicht.
Ein offenes Buch.
Aber keine Aufforderung, darin zu lesen.

Erykah BaduErykah Badu bildet eine Art Soundtrack für meine Gedanken. Ihr großartiges Livealbum reißt mit. Hier präsentiert sie ihre ganze Seele. Ich will einfach keine abgekauten Sätze über Souldiven schreiben, obwohl es hier passen würde. Sie ermöglicht den direkten Blick ins eigene Herz. Unterstützt eher eine traurige, denn fröhliche Stimmung. Es fällt mir schwer, zu lachen. Das wird sie auch während des gesamten Konzerts nicht hinbekommen. Wunderbar ihr Soul, herrlich diese Schwere. Sehr zu empfehlen für hoffnungslose Positivisten, nicht so, für Suicidgefährdete.

Um nicht selbst zu letzterer Problemgruppe zu gehören, werde ich im Anschluss die Lura-CD suchen gehen. Wenn ich Erykah Badu uneingeschränkt empfehlen kann, kann ich auch Lura, die ich als die Nachfolgerin Cesaria Evoras sehe, wirklich nur ans Herz legen. Beim Kauf der CD „di korpu ku alma“ erhält man, quasi geschenkt, eine DVD mit einem Konzertmitschnitt dieser nicht unansehnlichen Frau. Toll.

Draußen wird es dunkel.
Gleich wird es regnen.
Ich ziehe die Schuhe aus, platsche barfuss durch warme Pfützen irgendwo auf einem tropischen Inselidyll, im Arm meine wunderschöne Frau, im Ohr Lura.
Der Tag ist gerettet. Ich bin wirklich nicht eifersüchtig.
Nur verliebt.

im Bett

Wiedermal im Bett,
wieder ohne Dich.
Kalt ist es darin.
Und ich sehne mich
nach Deiner Wärme, Deinem Duft,
Deiner Zärtlichkeit.
Will zu Dir. Ich muss zu Dir.
Doch es ist zu weit.

© Sönke

Alleine einschlafen müssen ist, denke ich, eine der größten Geißeln der Menschheit. Draußen regnet es, es ist zwar nicht kalt aber trotzdem eklig.

Genesis bietet da genau den richtigen Kontrast. Beinahe unromantisch intellektuell kommen gerade die alten Werke der Meister des verquasten Art-Rock daher. Und ich höre sie alle, bevor ich dann endlich einschlafe. Oder beinahe, denn sonst wäre ich bis morgen mittag beschäftigt.
Tolle Musik. Keine Eintagsfliegen, kein einziges Lied dreieinhalb Minuten lang. Der meisten Lieder Sinn ergibt sich erst, nach dem Hören des kompletten Albums.

Was für ein Kontrast zum Wettausscheid in Kiew.
Einige Blogs beschäftigen sich mit dem Thema, ich bringe es nicht mit dem Titel dieses Blogs überein. Ich hoffe, mein Magen beruhigt sich nochmal nach diesem Wochenende.
Gegen Gracia läuft eine internationale Sammelklage wegen akustischer Körperverletzung.
Für mich wiedereinmal ein Grund, mich von meinem Mutter- und Vaterland zu distanzieren.

Gute Nacht, Deutschland

Hallelujah

Schon wieder Eva Cassidy. Diesmal das Album American Tune. Unglaublich gut. Wie ihre anderen auch. Alle kaufen!
Bedenkenlos.
Sechs Alben – und der Abend ist gerettet.
Ehrlich.

Trotzdem kreist seit vorgestern nacht nur ein Lied in meinem Kopf. So sehr sich Eva auch anstrengt.
Hallelujah.
Wie oft schon? Ich weiß es nicht. Hunderte Male bestimmt.
Und jedes Mal schlucke ich im Refrain die Tränen runter.
Jedes Mal.
Ist das krank?
Bin ich womöglich eine Mimose?
Dann wäre ich schon lange ausgetrocknet.
Aufgefangen habe ich dieses herzzereißende Lied im schönsten Film dieses Jahres bis jetzt.
Barfuss.
Eigentlich ein bezauberndes Musikvideo.
Ein Film von Liebe, Ehrlichkeit und Menschlichkeit – gemalt in wunderschön leuchtenden Bildern.
Eine Veredelung kostbaren Zelluloids. Eingerahmt in wahrscheinlich eines der allerschönsten Lieder unserer Zeit.
Wer jetzt glaubt, das reichte mir, um diesen Tag für immer in der Mappe mit den wunderbaren Tagen abzulegen. Obenauf. Dem muss ich Einhalt gebieten. Denn es war nicht nur der Film, das Lied, der Abend, lau und sternenklar, nein, es war vor alledem die Frau an meiner Seite.
Ich schließe also die Mappe wunderbarer Tage wieder und lege diesen Tag in eine neue Mappe. Eine Mappe ohne Namen, weil unsere Sprache für diesen Tag keine passende Beschreibung bereithält.
Hallelujah.

Warten

Okay, ich gebe es zu. Ich sitze auf Arbeit, habe voll viel zu tun und – warte.
Ich warte auf Dich, darauf, dass ich, dass Du nach Hause kommst. Kein Zeichen.

Wiedereinmal.

Dabei unterhält mich Nosliw. Pubertierende semipolitische Weisheiten auf Reaggea. Gar nicht schlecht. Er hat ungefähr den Anspruch von Freundeskreis, damals. Das sieht Max Herre sicherlich ähnlich, immerhin hat er sich auch auf Nosliws Album verewigt.
Man könnte die Musik beinahe mögen, wenn wir nicht so herausragende deutsche Künstler wie Gentleman oder Seeed hätten. So klingt alles irgendwie wie nachgemacht.
Ein Aufguss.
Seeedschorle.
Für oberflächlichle Unterhaltung geeignet, handwerklich nicht schlecht und keine schlechten Texte.
Vielleicht schafft er es noch, mich rumzureißen.

alles anders

Nichts hat mehr Bestand.
Alles ist steter Veränderung unterworfen.
Und wir mittendrin.
In einer Welt ohne Grundfeste.

Nicht einmal das Layout meines Blogs kann sich dieser alles erfassenden Dynamik entziehen. Es ändert sich schneller als sein Inhalt.

Ich weiß nicht einmal, ob es mir gefällt.

Das Wochenende war schon wieder viel zu kurz und bis eben habe ich gehofft, dass es nicht nur mir so geht.
Dann erreichte mich eine SMS mit einem kleinen Gedichtchen.
Jetzt habe ich Gewissheit…