fliegen 2

Vielleicht ist Euch das auch schon mal aufgefallen. Wenn die Stewardess ihr Wägelchen mit den Getränken durch den engen Gang drückt, was mich immer ein bisschen an eine Geburt erinnert, dann fährt auf diesem Wagen immer mindestens eine Packung Tomatensaft mit.
Während ich so darüber nachdenke, ob ich jetzt lieber eine Coke, einen Kaffee oder Saft trinken möchte, greift nun aber die Uniformierte ein ums andere Mal zu dem roten Getränk und schenkt es ein, nicht ohne Pfeffer und Salz dazu greicht zu haben.

tomateNun nahm ich ja immer an, die Besatzung so eines Flugzeuges ist eine Art Spiegel unserer Gesellschaft. Es gibt mehrere Klassen, das Leben zieht an einem vorbei, man hat das Gefühl eingreifen zu können, indem man den Schalter mit dem Becher drauf drückt, drückt aber nicht nicht, weil man weiß, dass das nichts ändert – sondern nur, weil man gerade nichts verändern will…

Der Annahme nach müsste man also dieselben Menschen, die man in der Luft antrifft, auch auf dem Boden, und dort zum Beispiel in Getränkeläden, sehen. Dass das nicht so ist, bemerkt jeder, der sich einfach einmal eins zwei Stunden vor so ein Saftregal stellt und beobachtet, wieviele Kunden sich eine Packung gepressten Nachtschattengewächses mit nach Hause nehmen.

Keiner.

Der Annahme nach müssten es aber mindestens 80% sein. Woher kommt nun der verstärkte Tomatensaftkonsum außerhalb der Bodennähe? Und nimmt er mit der Entfernung zu? Oder fliegen prozentual viel eher Leute mit Hang zur Flüssigtomate? Vielleicht handelt es sich aber hier auch um uraltes Brauchtum? Götterbesänftigung? Oder verleiht die Tomate ab einer bestimmten Höhe Unsterblichkeit? Fruchtbarkeit? Wurden vielleicht Flugzeuge zuerst nur erfunden, um Tomatensaft zu trinken?

Vielleicht sollte ich das aber auch nur mal ausprobieren? Anderseits löst diese Getränk in Bodennähe bei mir Brechdurchfall aus. Oder ist das das Geheimnis?