Microsoft bewirbt IE8

Beim Stöbern im Windowsupdate bin ich auf die IE-Seite geraten, wo sich mir folgendes Bild bot: Oben riesiges Banner mit dem IE8. Schneller, leichter, sicherer.

Weiter unten erst, als ginge es um orthopädische Unterwäsche, Informationen zum IE7.

getitnow - der neue IE8

getitnow - der neue IE8

Ich setze den Browser nun schon seit Monaten ein – und finde kaum noch einen Grund, nicht zu upgraden.

Microsoft überlegt, Browser zu bauen

Lange Zeit war Web-Development ein wildes Gehacksel. Unterschiedlichste Internetanzeigeprogramme erforderten Webseiten auf niedrigem Niveau. So ungefähr habe ich mir Seiten mit Tabellenlayouts erklärt. Inzwischen gibt es Standards und iene Reihe Hersteller, die sich an sie halten.
Das Internet beherbergt immernoch Tabellenseiten. Grund könnte der fortwährende Versuch Microsofts sein, einen Browser herzustellen.
Letztens rätselte ich mit Entwicklern wirklich großer Sites, was man tun müsste, um nicht jede Seite standardkonform zu entwickeln und dann nochmal für Microsoftbrowser komplett umzubauen. Die einzige Lösung ist, dass die Redmonder endlich eine echte Engine wie Gecko oder Webkit einbauen und sofort ein automatisches Pflicht-Update anbieten.
Und siehe, diese Lösung scheint gar nicht soo weit.

„böser google“

So, jetzt fanden wir chrome alle toll -Zeit chrome mal so richtig Scheiße zu finden. Das denken sich wahrscheinlich die Leute, die verpasst haben, rechtzeitig zum Launch des Browsers in die Lobeshymnen einzustimmen und dennoch irgendwas über chrome schreiben wollen/sollen. So auch zB. silicon.de, deren Artikel sich gleich zu Datenschnüffelei, Spionage und Ähnlichem aufblähen lässt.

Budder bei die Fische

Erschreckt von solcher Panikmache, die ich eher noch dem ZDF oder RTLexplosiv zugetraut hätte, habe ich einfach mal meine Chrome-Sessions Request für Request auf meinem Proxy analysiert. Dabei ist mit nichts Außergewöhnliches untergekommen. Auffällig ist natürlich, dass während einer Adresseingabe in die Adresszeile ständig Anfragen an client1.google.de rausgehen. Die Antworten sind serialisierte Javascript-Objekte (Json) und finden sich in den Suchvorschlägen der Adressleiste wieder.
Na klar kann google diese Anfragen speichern. Für die Eingabe meiner Blog-URl erhält google je nach Schreibgeschwindigkeit 2 bis 8 Requests mit cyb, cybere, cyberer.wordpr, wobei die vollstänige URl nur übermittelt wird, wenn sie in den Suchergebnissen angeklickt wurde. Das ist genau das Verhalten, das google auch bei der ganz normalen Web-Suche, egal, ob über http://www.google.de oder den Suchschlitz im Browser zeigt.
Freunde: Google speichert Daten!
Guten Morgen!
Herzlich Willkommen im Internet!
Das ist schon seit Jahren so und übrigens, last.fm macht das mit der gesamten Musik, die Ihr hört, wenn Ihr irgendwo das Plugin installiert habt. Und iTunes erst!
Der Grund wird uns irgendwann in einer personalisierten Suche beschert werden, in besser auf uns abgestimmter Werbung neben den Suchergebnissen und auf allen Webseiten, die Werbung enthalten.
Naund?

so what?

Naklar kann man im Firefox, in Opera und sogar im Internet-Explorer eine Adresse eingeben, ohne dass Google davon erfährt. Und wenn diese Seite weder Google-Ads, noch google-Analytics benutzt, wird google auch nie von diesem Besuch erfahren.
Bei meiner Requestanalyse traf das auf genau eine Seite zu. Eine von mir selbst gehostete html-Seite.

Mich nerven übrigens schon seit Längerem penetrante Anrufe ab kurz nach sechs von Halbtagsstudenten, die mir irgendwelche Lamadecken, Butterfahrten und Immobiliendeals vorschlagen wollen. Die haben meine Daten von der Telekom oder irgendeinem anderen ähnlich unprofessionell oder gar grob fahrlässigen Unternehmen.
Und die nerven!

meinem google sein Inhalt

Eigentlich ist über chrome inzwischen alles geschrieben worden. Sehr ausfühlich unter anderem von Johnny Häusler. Ich könnte jetzt auf einige Funktionen tiefer eingehen. Auf die Entwicklerfunktionen, die wir hauptsächlich aus Apples Safari kennen. Ich könnte ein paar Fragen stellen, die beinhalten, warum google das nach vielleicht zwei Jahren Arbeit schafft, und nicht Microsoft. Oder warum google eine Version 0.3 launcht, die nahezu fertig scheint, und das auch noch in 100 Sprachen!
Über die Gründe schreibt zum Beispiel _ben. Erstaunlich aber, was Sacha Lobo twittert: Laut AGB erwirbt google automatisch eine Lizenz an unserem Content.:

11. Inhaltslizenzierung von Ihnen

11.1 Das Urheberrecht sowie sämtliche anderen Rechte, die Sie hinsichtlich Ihrer mithilfe der Services übermittelten, eingestellten oder angezeigten Inhalte bereits besitzen, verbleiben in Ihrem Besitz. Durch das Übermitteln, Einstellen oder Anzeigen von Inhalten erteilen Sie Google eine unbefristete, unwiderrufliche, weltweit gültige, unentgeltliche und nicht exklusive Lizenz zum Vervielfältigen, Anpassen, Modifizieren, Übersetzen, Veröffentlichen, zum öffentlichen Darstellen und Anzeigen sowie zum Vertreiben sämtlicher mithilfe der Services übermittelten, eingestellten oder angezeigten Inhalte. Diese Lizenz dient einzig dem Zweck, Google das Anzeigen, Vertreiben und Bewerben der Services zu ermöglichen, und kann gemäß den sonstigen Bedingungen des jeweiligen Service jederzeit wieder entzogen werden.

11.2 Sie erkennen an, dass diese Lizenz Google dazu berechtigt, die Inhalte anderen Unternehmen, Organisationen oder Personen zugänglich zu machen, die mit Google zum Zweck der Bereitstellung syndizierter Services zusammenarbeiten, sowie die Inhalte im Rahmen der Bereitstellung solcher Services zu nutzen.

11.3 Sie erkennen an, dass Google im Zuge der technischen Schritte, die zum Bereitstellen der Services für deren Nutzer erforderlich sind, dazu berechtigt ist, (a) Ihre Inhalte über mehrere öffentliche Netzwerke und verschiedene Medien zu übermitteln und zu vertreiben und (b) Änderungen an Ihren Inhalten vorzunehmen, die erforderlich sind, damit die Inhalte den technischen Anforderungen der angeschlossenen Netzwerke, Geräte, Services oder Medien entsprechen. Sie stimmen zu, dass Google durch diese Lizenz die Berechtigung zum Durchführen dieser Aktionen erteilt wird.

11.4 Sie versichern gegenüber Google, dass Sie über alle erforderlichen Rechte, Befugnisse und Vollmachten verfügen, die weiter oben genannte Lizenz zu vergeben.

Zugegeben, ich habe bei noch keinem Browser in die AGB geschaut, bei google chrome fand ich aber schon interessant, zu sehen, was google mir zusichert. Interessant ist, dass sich beim Firefox keine ähnliche Klausel finden lässt, obwohl google sicherlich das Gros der für die Entwicklung bei Mozilla nötigen Spenden aufbringt.
Nun bietet diese Klausel enormen Interpretationsspielraum. Denkbar währen technisch notwendige Änderungen am Content, gemeint ist sicherlich ein wenig mehr. Mal sehen, wie lange google diese Zeilen unverändert lässt, und was sie uns dazu erklären werden.
Ich bin gespannt.

google-chrome

Google hat am Anfang alles richtig gemacht. Während die Konkurrenz ihre Seiten über und über mit Bildern und Texten überlud, hatte google.com nichts weiter als einen Suchschlitz auf seiner Seite. Und plötzlich war jedem klar, was er hier wollte.
Beim Bauen ihres Browsers ist google denselben Weg gegangen. Der Browser ist anfangs nur eine Adressleiste, die während der Eingabe erstaunlich performant das Netz durchsucht. Öffnet man ein neues Tab, sind auf der noch leeren Seite wichtige vorher besuchte Seiten und kürzlich geschlossene Tabs angeordnet. Allein mit diesen Features und dem unprätentiösen Auftreten kann sich diese frühe Entwickler-Version schon mit den Großen messen.

Speed

Taskmanager

Taskmanager

Unter der Haube steckt Webkit – die unfassbar schnelle Engine des Safari, Javascript wird ähnlich wie bei Tracemonkey für den Firefox und SquirrelFish für Webkit vorher kompiliert, was die Scriptgeschwindigkeit erhöht. Ähnlich, wie im IE8 läuft jedes Tab in einem eigenen Prozess, man kann also weiterbloggen, während sich im Nachbartab gerade ein Javascript aufgehängt hat.

Google hat gezeigt, dass es auch ganz einfach sein kann. Das hat schonmal ganz gut geklappt.
Ich bin gespannt, wie es dieses Mal läuft.

zum Download

schneller schneller schneller

Gerade hat sich mir der IE8beta2 installiert. Das Update gleicht einer Installationsorgie, die nur vom Neuafsetzen des Betriebssystems übertroffen wird. Beim ersten Start hakt er noch ein wenig, danach geht er aber ordentlich ab. Ein „wichtiger“ Test ist das Anzeigen von www.meinberlin.de. Zum reinen Rendern der Seite kommt ein nicht ganz unkomplizierter Initialisierungsprozess, der bis jetzt vom Safari mit Abstand am schnellsten absolviert wurde – jetzt führt, ganz klar, der IE8beta2.
Glückwunsch.
Die AJAX-Geschwindigkeit wird häufig an GMail gemessen, auch hier weiß der Redmonder zu überzeugen, wenn auch nicht so deutlich.

Unersättlich

Auffällig ist, dass sowohl das Mozilla-Team als auch Team-Webkit der Verringerung des Speicherverbrauchs einen hohen Stellenwert eingeräumt haben. Hier besteht noch absoluter Nachholbedarf für den Beta-Browser. Beim Rumtesten fällt übrigens positiv auf, dass Google-Maps und alle Mashups, die die API einsetzen nun korrekt angezeigt werden.
Endlich.