der Ofen ist aus

…neulich beim Essen.
Nach langem Hinundher haben wir uns endlich auf Pizzaria geeinigt. Zur Wahl standen noch diverse andere Möglichkeiten, wobei Salat am Dönerstand auch ganz gut abschnitt. Aber 20 Pizzen zur Auswahl sind einfach ein Argument. Aber dann, wir haben gewählt, abgewogen und genau überlegt. Sowohl den Mundgeruch danach als auch die politische Weltsituation insgesamt nicht außer Acht gelassen. Dann kommt endlich der Kellner, wir bestellen und er meint nur

nee, also Pizza gibts heute nicht.

??? Warum genau habt ihr dann geöffnet ???

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neulich nachts…

Ich habe ja eigentlich einen guten Schlaf. Ich schlafe nicht wirklich viel, dafür aber fest und schnell.
Wenn ich also nachts wach werde und bleibe, muss schon etwas wirklich besorniserregend lautes passieren.
So auch neulich nachts, als kurz nach 3, das sind etwa drei Stunden nach Mitternacht, unser Nachbar vom Balkon schreiend auf sich Aufmerksam machte.

Wie nennt man eigentlich diesen Zustand, der weit über „angeheitert“ hinaus geht, aber noch nicht ganz „nicht zurechnungsfähig“ ist? Jedenfalls stand er in diesem Zustand da und schrie. Darauf aufmerksam gemacht, dass es mitten in der Nacht sei, dass alle anderen Hausbewohner gerne schlafen würden und dass er deshalb durch Verkürzung der Entfernung zu seinem Diskussionspartner nahezu proportional auch die Lautstärke verringern könne und andernfalls die Polizei ihm dabei behilflich sein würde, schrie er nicht weniger laut, dass er sich jetzt und in Zukunft gar nicht sagen lassen werde und dass die Polizei schon bestellt sei.

Trotzdem entfernte er sich vom Balkon um die Wirksamkeit des physikalischen Gesetzes der Verringerung der Lautstärke zu überprüfen. Auf der Straße wurde dieser Abstand und somit die Gesprächslautstärke aber nicht verringert, der Streit wurde nun ebenerdig ausgetragen, was aber zumindest den Abstand zum Schlafzimmerfenster vergrößerte. Puh.

Dann Sirenen und kurz darauf Bremsenquietschen auf der Straße. Die Polizei war da. Gleich mehrere Freunde und Helfer wollten sich ein Bild von der Auseinandersetzuung machen und ließen sich von den Streitenden auf den letzten Stand bringen.

Unser Nachbar, der sich grundsätzlich im Recht wähnte und eben deshalb auch die Polizei rief erfuhr nun, dass er seinen Streitpartner weder bedrohen, noch dessen Handy aus dem Fenster werfen darf, um halbwegs guten Gewissens der Polizei gegenüber zu treten. Da wir ja aber nicht nur in einem Rechtsstaat, sondern sogar in einem demokratischen Rechtsstaat leben, dachte unser lieber Herr Nachbar, dass es ja nun ausreiche, seine Frau für ihn aussagen zu lassen.

Draußen wurde es langsam hell und mir fielen die Augen zu, als unser Nachbar nun wieder in der Wohnung seine Frau zu überreden suchte, die Herren von der Polizei von seiner Rechtschaffenheit zu überzeugen. Beim „Gestikulieren“ müssen ihm dann ein paar Bierflaschen vom Tisch gefallen sein, schließlich wird er ja wohl keine Gewalt gegen seine mürrisch antwortende Frau gewendet haben, die ja für ihn Partei ergreifen sollte.

Irgendwann nach 4 muss unser Herr Nachbar dann aber doch zusammengebrochen sein, so dass ich wieder einschlief.

Am nächsten Tag, es war schon Abend, schellte es an der Tür. Auf dem Flur roch es erbärmlich nach kaltem Rauch, ausgeschwitztem Bier und frischer Fahne. So also sieht unser Nachbar bei Lichte betrachtet aus. Ich versuchte mich in einem verzeihenden und gutmeinenden Blick als der schon wieder weit über die Geselligkeit hinaus angeheiterte Anrainer mich anfuhr, dass er sich von uns gar nichts sagen lasse und dass er wegen Beleidigung gegen uns vorgehen werde. Darüberhinaus rief er, dass er des Nachts anders, als von mir gehört, gesehen, gerochen und oben beschrieben ja nicht vom Balkon, sondern unten von der Straße schrie und wir somit ja gar nicht das Recht gehabt hätten, ihn um Ruhe zu bitten.

Irgendwie muss ich in diesem Moment aus meinem Blick-Konzept gekommen sein. Ich wies ihm darauf hin, dass es nachts um vier egal sei, wo er stehe und schreie, ich könnte ihn jeder Zeit um Ruhe bitten, was irgendwie nicht in sein Rechtsempfinden passte.

Schließlich ist die Straße rechtsfreier Raum und in seiner Wohnung hat nur er Recht.

Die Welt scheint so einfach mit über drei Promille…

kaufgeschichten

Heute habe ich sie kennengelernt.
Ich war im Plus. Kurz vor 8. Die Kassenschlange ging an den Gefriertruhen vorbei, hinter zur Wursttheke, am Gemüse entlang, durchs Lager auf die Straße, ein Stück die Anhöhe rauf bis auf die Kreuzung – kurz: sie war lang. Sie war so lang, dass sie kurz davor war, eine Eigendynamik zu entwickeln. Irgendetwas zwischen Tomatenschlacht und kollektivem Ladendiebstahl. Um kurz vor acht.
Als gerade das Licht ausging, weil die Zeitsteuerung ab 8 Strom spart, lernte ich sie kennen. Die Frau, die schlimmer ist als jene, die kurzsichtig an der Kasse sich über ihr Portemonaie beugt und deklamiert „Warten sie, ich habs passend“.
Da stand sie nun.
Im Dunkeln.
Kurz nach 8.
Sie schaute auf die Summe, die die Kasse gerade leise ratternd ausrechnete und stellte fest, dass diese leicht höher war, als der ihr zur Verfügung stehende Geldbetrag.
Wie versteinert stand sie da.
Nach 8.
Überlegend, wovon sie sich jetzt trennen müsste, damit sie gerade so bezahlen könnte.
Das Wasser?
Der Saft?
Das Hackfleisch?
Gut, Wasser würde es auch aus der Leitung geben…
Beinahe mechanisch mutete dieser Vorgang an, und man konnte trotz des abgeschalteten Stroms genau erkennen, was sie dachte.
Deutlich nach 8 im Plus.
Die Menge fing an Tipps zu geben.
„Nimm das Hackfleich“ riefen die Einen.
„Wasser haste ausm Hahn“ die Anderen.
Da nahm sie den Saft.
Den Saft.
Kurz vor 9.

neulich im Park…

Am Wegesrand ein Eichhörnchen. Unglaublich niedlich. Ich schau ihm noch ein wenig nach als eine Frau an mir vorbeiläuft.
Blond – und das Gesicht kannte ich von irgendwo.
Woher nur?
Im Geiste ging ich alle Möglichkeiten durch. Bis ich drauf kam. Ich kannte sie aus der Zeitung.
Es war Ursula von der Leyen.