Die Welt ist im Wandel

Seht sie Euch noch einmal vorbehaltlos an, diese Welt. Sie versucht, gelenkt von ideenlosen besessenen Machthungrigen mit aller Kraft so zu bleiben, wie sie ist. Wie lange wird ihr das noch gelingen? Wie lange wird Politik noch mit Kriegshilfe versuchen, wirtschaftliche Interessen durchzusetzen? Wie lange wird sie es noch können? Bis sie im ewigen Gelächter des Jetzt verschwindet.
Schauen wir genau hin. Vor gar nicht all zu langer Zeit haben große Unternehmen mittels ihrer Budgets bestimmt, was erfunden, was entwickelt wird. Heute können alle Menschen weltweit mitbestimmen, ob es selbstleuchtendes Klopapier geben soll, oder eben nicht. Es wird nicht lange dauern, da finanzieren nicht Wirtschaftsbosse sondern wir alle ein Mittel gegen Aids. Räumen die Ozeane wieder auf. Alles, was uns jetzt noch normal erscheint wird an allem, was uns jetzt schon normal erscheint zu Grunde gehen.

Medien sind im Wandel

Medien haben, so kennen wir das, Macht. Medien sind eine Vielzahl von Technologien und ungezählte Menschen und Ideologien, die von sehr sehr wenigen Personen gesteuert werden. Sie bestimmen letzten Endes, worüber wir uns freuen, und worüber aufregen sollen. Die Grenze zwischen Information und Propaganda ist nicht mehr messbar. Gleichzeitig ist es einfach wie nie, sich selbst zu informieren und Informationen weiter zu streuen. Der wunderbare _ben beschreibt das ganz vortrefflich in seinem Blog. Es ist einfach wie nie, das Ganze in Frage zu stellen. Simon ist wahrscheinlich in kürzester Zeit deutlich mehr konsumiert worden, als die altehrwürdige Tagesschau, die er zu enttarnen versucht.

Der Markt ist im Wandel

Die Wirtschaft hält uns im Würgegriff. Ihre Interessen bestimmen unser Sein.
Dieser Irrglaube wird uns vermutlich nicht mehr lange begleiten, denn was für die Medien gilt, gilt längst auch hier. Zwar haben Wirtschaftsunternehmen eine ganze Menge Geld – gelenkt werden sie aber immernoch durch die Gier nach mehr. In der Wirtschaft geht es nicht darum, nachhaltig zu produzieren, Ressourcen zu schonen oder gar einen Markt zu sättigen. Wirtschaft ist nur erfolgreich, wenn sie wächst. Stagnation ist Stillstand. Nachhaltigkeit im eigentlichen Sinne ist deshalb ganz und gar nicht vereinbar, mit wirtschaftlichen Interessen. Hinter der Produktion von Nahrungsmitteln, Technologie oder Genussmitteln stehen weltweit sehr sehr wenige Großkonzerne. Sie beherrschen den Markt voll und ganz und währen jeder für sich in der Lage, den gesamten Markt zu sättigen. Ein Fernseher, der zwanzig Jahre lang funktioniert, wäre wirtschaftlicher Selbstmord, da Technologie-Unternehmen jetzt schon mehr Geräte absetzen, als sie es könnten, wenn sie mit einem unkaputtbaren Gerät den Markt dominieren würden.

Beispiel Musikindustrie

Wie bei den Medien wird auch hier ein Wandel stattfinden. Industrien werden mehr und mehr zu Dienstleistern. Die Musik-Industrie hat es vorgemacht.
Erfolgsverwöhnt glaubte die Musikindustrie, auch in Zeiten des Internet nicht nur Musik, sondern vor allen Dingen Musikgeschmack verkaufen zu können. Sie bestimmte durch künstliche Verknappung den Markt, bildete dann Hypes und befriedigte diese. Doch durch die Digitalisierung wurde die aus den Augen verlorene Hauptaufgabe der Musikindustrie, die Vervielfältigung und Distribution von Musik so wahnsinnig einfach, dass der Markt ihr diese Aufgabe abnahm. Der Motor dieser Bewegung war Konsum. Ungestört und sofort. Durch die Verknappung war die Musikindustrie nicht in der Lage, sofort liefern zu können.
Um einen Song weltweit erfolgreich zu verbreiten, genügt eine einzige digitale Kopie.
Das ist heute eine Selbstverständlichkeit in der digitalen Welt. Wird aber immernoch ignoriert. Im digitalen Jetzt habe ich die Möglichkeit, in den digitalen Beständen von Amazon, google und apple zu stöbern, um einen Song, den ich gerade höre, selbst zu besitzen. Finde ich ihn nicht, ist die illegale Alternative nur eine App, einen Mausklick entfernt. Hört auf, im Radio Songs zu spielen, die ihr in zwei Monaten veröffentlichen wollt. Das funktioniert nicht mehr. Diese eine digitale Kopie dieses einen Radiosenders allein kann schon den Markt sättigen.

Beispiel Modeindustrie

Ich habe zwei Paar Schuhe von adidas. Ich liebe diese Schuhe. Ich will genau diese Schuhe noch einmal kaufen. Ich weiß nicht mehr genau, wann ich diese Schuhe gekauft habe. Auf der adidas-Website gibt es keinen Hinweis, selbst gestandene adidas-Schuh-Händler können mir nicht helfen. Der Grund hierfür ist Verknappung. Die Mode-Industrie nennt es Mode. Mode ist der Hype der Musikindustrie. Es gibt Apps, die mir ermöglichen, einen Schuh im Deichman-Regal zu fotografieren und gleichzeitig bei zalando zu bestellen. Wie schwierig kann es sein, das Foto nicht an zalando, sondern an chinesische Nähereien zu schicken?

Auf in die Mündigkeit

Wir entwickeln uns immer mehr zu einem selbstbewussten Konsumenten. Wir haben immer mehr wieder wirklich die Möglichkeit, mit unserem Konsum etwas zu bewirken. Müssen nicht mehr Supermarkteinheitsware kaufen, weil Bauern durch verschiedene APIs flexibel genug geworden sind, ihren Wochenmarktkartoffelstand ins Internet verlegen zu können. Wir haben mit unserem wenigen Geld Macht genug, ganze Industrien zu stürzen. Wir müssen nur noch lernen, verantwortungsvoll damit umzugehen.

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