Alles ist Service

Gerade höre ich Musik aus der Amazon-Cloud. Meine Musik. Das ist irgendwie bahnbrechend. Gerade noch haben wir Musik auf physikalischen Datenträgern gekauft und mussten sie überall dort hin mitnehmen, wo wir sie hören wollten, dabei haben wir doch eigentlich einen Datenträger bezahlt und das uneingeschränkte Recht des Genusses der darauf enthaltenen Musik.
Jetzt plötzlich muss ich meine Musik nicht mehr mit mir herumtragen. Sie ist quasi schon da.

Neulich ging mein mp3-Player kaputt. Saturn meinte, dass in weniger als zwei Monaten der reparierte Player abholbereit im Markt liegen müsste. Obwohl ich eigentlich dachte, eine Möglichkeit gekauft zu haben, meine Musik abzuspielen, war es nur ein Gegenstand. Ein Gegenstand, der auch dann mir gehörte, wenn er gerade in irgendeiner Werkstatt lag oder unabgeholt im Markt.

Wenn wir Geräte kaufen, dann, um irgendetwas damit zu erledigen. Die Geräte übernehmen eine Art Service für uns. Sie waschen Wäsche, halten die Wurst frisch oder lassen uns fernsehen. Weil wir von diesem Service abhängig sind, verringern einige Hersteller mutwillig die Lebensdauer solcher Geräte.
Auf der anderen Seite kann man Laptops mit googles chrome-OS nur mieten. Google zeigt hier, dass auch Hardware ein Service sein kann. Da die Verbraucher am Ende nur frische Wurst und einen gesaugten Teppich haben wollen, ohne sich dauernd Neugeräte kaufen zu müssen, werden immer mehr Dinge, die uns einen Service bereitstellen auch ein Service sein. Am Ende wird uns nur noch nutzloses Zeug gehören.
Irgendwie toll.

Advertisements

Ein Kommentar zu “Alles ist Service

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s