Spaß

Wir ziehen um.
Aus einem Dachgeschosspenthouse mit zwei Terassen in ein dunkles Großraumbüro. Wo man bis eben noch Vögel auf der Terasse beobachten konnte, im Lichte durchatmen, da starrt man nun auf eine sorgfältig geweißte, im Kunstlicht erstrahlende Wand. Um zum Arbeitsplatz zu kommen, benötigen wir nun Keycards, die entscheiden, welcher Weg zum Schreibtisch der Richtige ist. Hatte ich eben noch einen Parkplatz in der Tiefgarage, kann ich nun in Berlins teuerster Parkzone nach einem übriggeblieben Parkplatz suchen. Zufriedene Arbeitskraft scheint entbehrlich.

Beschissene Vorzeichen

Keycards gibt es nicht geschenkt. Auch keine Firewalls, managed Accesslists für WLAN-Hotspots und Portsecurity. All das errichtet, um die Buchstaben zu sichern. Ich arbeite im Verlag, nicht in einer Bank. Kosten für die Einschränkung von Kreativität werden achselzuckend getragen, Aber keiner meiner Verlagskosten hat jemals das Geld in die Hand genommen, eine vernünftige Datenschnittstelle zu schaffen.
Keiner unserer Verlagskunden hat eine normierte Schnittstelle, keiner hat es bis jetzt unternommen, eine API, die sämtliche Systeme zweifelsohne anbieten würden, zu bezahlen. Keiner ist in der Lage, vernünftig Daten mit seinem Internetdienstleister austauschen zu können, geschweige denn, mit andern Partnern oder Kunden. Wir leben im Zeitalter der APIs. Es gibt nichts tödlicheres, als das zu verschlafen.

Und das, meine Damen und Herren, das ist der Untergang der Verlage. Nicht das Internet und keine Wirtschaftskrise!

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