Ministerium für Digitales

Vor Kurzem habe ich mich noch darüber aufgeregt, dass es ein Ministerium für Landwirtschaft, aber zum Beispiel keines für das Internet gibt. Dann habe ich mich darüber aufgeregt, dass in immer mehr Fällen in den Ministerien Politik für die angeschlossene Industrie, nicht aber für die betroffenen Bürger gemacht wird.

Beispiel Dieselgate.
Politik und Industrie haben gemeinsam und im großen Stil weltweit Käufer von dieselgetriebenen Fahrzeugen belogen. Selbst, wenn das Verkehrsministerium vehement seine Mitwisserschaft bestreitet, hält das Land Niedersachsen mehr als 20% Anteile am VW-Konzern.
Man hätte nun erlauben können, dass die betrogenen Käufer auf Nachbesserung klagen können, von der Regierung forciert durch Fahrverbote bzw. Stilllegung betroffener Fahrzeuge. Stattdessen werden die Kunden durch Wechselprämien dazu getrieben, erneut und neue Fahrzeuge zu kaufen. Anstelle einer Strafe für die Automobilindustrie ist also ein zusätzlicher Kaufanreiz für noch mehr Fahrzeuge geschaffen worden. Den wechselwilligen Käufern wird bislang noch verschwiegen, dass auch benzingetriebene Fahrzeuge die Feinstaubobergrenze um das 150fache überschreiten.

Hier wird Politik ausschließlich für die Industrie gemacht.

Was bedeutet das für die Digitalisierung?

Im Moment werden Kunden mit total verwirrenden und zum Teil unrichtigen Angeboten betrogen. Abgesehen davon, dass ich in Berlin Mitte keine 500Mbit/s bestellen kann – ich frage mich, wo dann überhaupt? Wird mir für den identischen Preis ein Paket, das verwirrender Weise „50 DSL“ heißt, aber nur maximal 25Mbit/s enthält angeboten.

Als Kunde fühle ich mich um einen schnellen Zugang betrogen. Ein Ministerium für Digitales müsste hier aufräumen, nicht die Industrie, sondern die Bürger schützen.
Es soll ein Grundrecht für schnelles Internet geben. Jedoch kann ich es einklagen? Und gegen wen?
Wie schnell ist überhaupt schnell?

Wie wäre es, wenn die Politik die Netzanbieter unmittelbar verpflichten würde, nicht über ein Grundrecht, sondern ganz direkt? Wenn es eine Kontrollkommission gäbe, die die Einhaltung direkt überwacht?

Im Mai tritt EU-weit ein neues Datenschutzgesetz in Kraft. Es stärkt die Rechte der Bürgerinnen und Bürger. Es basiert in großen Teilen auf dem deutschen Datenschutzgesetz. Dazu sagt die designierte Digitalministerin: „wie im 18. Jahrhundert“. Und klar, es sieht für Unternehmen zahlreiche Pflichten vor. Darum argumentiert sie dagegen: „Wir sind im Moment eine sehr erfolgreiche Industrienation. Das heißt aber nicht, dass wir auch eine erfolgreiche Digitalnation bleiben.“

Hier hat sie einerseits Recht. Unsere Gesetze und Verordnungen verhindern, das von Deutschem Boden ein Facebook ausgeht. Auch eine Firma wie google wäre in Deutschland nicht denkbar. Nach dem Vorbild der Automobilindustrie gäbe es aber kein Deutsches Datenschutzgesetz, wenn es ein deutsches google gäbe.

Mein Arbeitsplatz ist direkt abhängig von Internet, Digitalisierung und einer boomenden Wirtschaft. Jedoch würde ich mir wünschen, wenn Politik mehr für Menschen gemacht würde, weniger für Unternehmen.

 

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Die Zukunft von Windows Phone

Samsung-Ativ-S-f765x459-ffffff-C-7b07e158-74478110Ich bin stolzer Besitzer eines Windows Phone Phone. Weil Preis und Leistung stimmten, besitze ich ein Samsung Ativ S.
Microsoft ist zwar kein Newcomer in Sachen Telefon-Betriebssystem, aber irgendwie doch – schließlich war die erste Version, Windows Phone 7 unfertig und konnte nicht mit den Konkurrenten mithalten. Ein Update musste her. Das fiel so allumfassend aus, dass keines der Windows 7 – Smartphones auf dieser neuen Version lief.

Inzwischen ist Windows-Phone 8.1 erschienen – und es steht in den Sternen, ob ich es auf meinem ein halbes Jahr altem Telefon installieren kann. Der Grund hier ist, dass Microsoft den Geräteherstellern das Ausspielen des Updates überlässt. Das kennen wir so von googles Android und es führt dazu, dass Telefone spätestens nach dem Ablauf des Vertrages, in Deutschland in der Regel 2 Jahre, weggeworfen werden, weil sie dann hoffnungslos veraltet sind. Denn welchen Grund hätte ein Gerätehersteller, Geld in die Entwicklung und Distribution von Software-Updates zu stecken? Das Gerät ist verkauft, zusätzliche Einnahmen sind nicht zu erwarten, der Kunde wird möglicherweise sogar sein Telefon länger benutzen, wenn darauf die aktuelle Software läuft – für den Gerätehersteller nur Nachteile.

Microsoft indes hätte die Möglichkeit, Update für Update die Kunden tiefer ins Microsoft-Universum zu ziehen. Und Microsoft verkauft nicht, wie google, nur Software und Medien, mit der X-Box und den Tablets hat Microsoft auch Hardware in viel größerem Umfang als google im Angebot. Wenn Samsung es nicht schafft, mir in einem vernünftigen Zeitraum das Update auszuliefern, wird mein nächstes Telefon nicht nur kein Telefon von Samsung, sondern auch keines, mit Windows Phone sein.

Parallel benutze ich ein iPhone 4. Das ist nun vier Jahre alt, läuft unter dem aktuellen iOS. Obwohl das Windows Phone bei weitem besser für den Einsatz im Unternehmen vorbereitet ist, ist es die Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit der Apple-Produkte, die das iPhone zu meinem Arbeits-Telefon machen.

Die Welt ist im Wandel

Seht sie Euch noch einmal vorbehaltlos an, diese Welt. Sie versucht, gelenkt von ideenlosen besessenen Machthungrigen mit aller Kraft so zu bleiben, wie sie ist. Wie lange wird ihr das noch gelingen? Wie lange wird Politik noch mit Kriegshilfe versuchen, wirtschaftliche Interessen durchzusetzen? Wie lange wird sie es noch können? Bis sie im ewigen Gelächter des Jetzt verschwindet.
Schauen wir genau hin. Vor gar nicht all zu langer Zeit haben große Unternehmen mittels ihrer Budgets bestimmt, was erfunden, was entwickelt wird. Heute können alle Menschen weltweit mitbestimmen, ob es selbstleuchtendes Klopapier geben soll, oder eben nicht. Es wird nicht lange dauern, da finanzieren nicht Wirtschaftsbosse sondern wir alle ein Mittel gegen Aids. Räumen die Ozeane wieder auf. Alles, was uns jetzt noch normal erscheint wird an allem, was uns jetzt schon normal erscheint zu Grunde gehen.

Medien sind im Wandel

Medien haben, so kennen wir das, Macht. Medien sind eine Vielzahl von Technologien und ungezählte Menschen und Ideologien, die von sehr sehr wenigen Personen gesteuert werden. Sie bestimmen letzten Endes, worüber wir uns freuen, und worüber aufregen sollen. Die Grenze zwischen Information und Propaganda ist nicht mehr messbar. Gleichzeitig ist es einfach wie nie, sich selbst zu informieren und Informationen weiter zu streuen. Der wunderbare _ben beschreibt das ganz vortrefflich in seinem Blog. Es ist einfach wie nie, das Ganze in Frage zu stellen. Simon ist wahrscheinlich in kürzester Zeit deutlich mehr konsumiert worden, als die altehrwürdige Tagesschau, die er zu enttarnen versucht.

Der Markt ist im Wandel

Die Wirtschaft hält uns im Würgegriff. Ihre Interessen bestimmen unser Sein.
Dieser Irrglaube wird uns vermutlich nicht mehr lange begleiten, denn was für die Medien gilt, gilt längst auch hier. Zwar haben Wirtschaftsunternehmen eine ganze Menge Geld – gelenkt werden sie aber immernoch durch die Gier nach mehr. In der Wirtschaft geht es nicht darum, nachhaltig zu produzieren, Ressourcen zu schonen oder gar einen Markt zu sättigen. Wirtschaft ist nur erfolgreich, wenn sie wächst. Stagnation ist Stillstand. Nachhaltigkeit im eigentlichen Sinne ist deshalb ganz und gar nicht vereinbar, mit wirtschaftlichen Interessen. Hinter der Produktion von Nahrungsmitteln, Technologie oder Genussmitteln stehen weltweit sehr sehr wenige Großkonzerne. Sie beherrschen den Markt voll und ganz und währen jeder für sich in der Lage, den gesamten Markt zu sättigen. Ein Fernseher, der zwanzig Jahre lang funktioniert, wäre wirtschaftlicher Selbstmord, da Technologie-Unternehmen jetzt schon mehr Geräte absetzen, als sie es könnten, wenn sie mit einem unkaputtbaren Gerät den Markt dominieren würden.

Beispiel Musikindustrie

Wie bei den Medien wird auch hier ein Wandel stattfinden. Industrien werden mehr und mehr zu Dienstleistern. Die Musik-Industrie hat es vorgemacht.
Erfolgsverwöhnt glaubte die Musikindustrie, auch in Zeiten des Internet nicht nur Musik, sondern vor allen Dingen Musikgeschmack verkaufen zu können. Sie bestimmte durch künstliche Verknappung den Markt, bildete dann Hypes und befriedigte diese. Doch durch die Digitalisierung wurde die aus den Augen verlorene Hauptaufgabe der Musikindustrie, die Vervielfältigung und Distribution von Musik so wahnsinnig einfach, dass der Markt ihr diese Aufgabe abnahm. Der Motor dieser Bewegung war Konsum. Ungestört und sofort. Durch die Verknappung war die Musikindustrie nicht in der Lage, sofort liefern zu können.
Um einen Song weltweit erfolgreich zu verbreiten, genügt eine einzige digitale Kopie.
Das ist heute eine Selbstverständlichkeit in der digitalen Welt. Wird aber immernoch ignoriert. Im digitalen Jetzt habe ich die Möglichkeit, in den digitalen Beständen von Amazon, google und apple zu stöbern, um einen Song, den ich gerade höre, selbst zu besitzen. Finde ich ihn nicht, ist die illegale Alternative nur eine App, einen Mausklick entfernt. Hört auf, im Radio Songs zu spielen, die ihr in zwei Monaten veröffentlichen wollt. Das funktioniert nicht mehr. Diese eine digitale Kopie dieses einen Radiosenders allein kann schon den Markt sättigen.

Beispiel Modeindustrie

Ich habe zwei Paar Schuhe von adidas. Ich liebe diese Schuhe. Ich will genau diese Schuhe noch einmal kaufen. Ich weiß nicht mehr genau, wann ich diese Schuhe gekauft habe. Auf der adidas-Website gibt es keinen Hinweis, selbst gestandene adidas-Schuh-Händler können mir nicht helfen. Der Grund hierfür ist Verknappung. Die Mode-Industrie nennt es Mode. Mode ist der Hype der Musikindustrie. Es gibt Apps, die mir ermöglichen, einen Schuh im Deichman-Regal zu fotografieren und gleichzeitig bei zalando zu bestellen. Wie schwierig kann es sein, das Foto nicht an zalando, sondern an chinesische Nähereien zu schicken?

Auf in die Mündigkeit

Wir entwickeln uns immer mehr zu einem selbstbewussten Konsumenten. Wir haben immer mehr wieder wirklich die Möglichkeit, mit unserem Konsum etwas zu bewirken. Müssen nicht mehr Supermarkteinheitsware kaufen, weil Bauern durch verschiedene APIs flexibel genug geworden sind, ihren Wochenmarktkartoffelstand ins Internet verlegen zu können. Wir haben mit unserem wenigen Geld Macht genug, ganze Industrien zu stürzen. Wir müssen nur noch lernen, verantwortungsvoll damit umzugehen.

Android-Update auf dem Intellibook

Vor knapp einem halben Jahr bekam ich vom PHP-Magazin ein Tablet. Als Gadget-Sammler war ich natürlich total aus dem Häuschen, zumal sich die Ausstattung vielversprechend las:
* 1,6 GHz Dualcore Arm v7
* 1GB RAM
* Android 4.1
* USB-Host
* HDMI-Port

Beim Starten dann die erste Ernüchterung: das Display ist nachgerade unterirdisch. Dann die zweite: das Akku ist total schwach.

Das Android sah ganz sinnvoll aus, stand sich aber nach einem halben Jahr nur noch selbst im Weg: Apps stürzten ab, das System lief zäh, wurde unbenutzbar.
Dann, in der c’t ein Bastelprojekt für alte Android-Geräte.

Da das Tablet auch als Zuspieler für ein Internetradio viel zu lahm war, musste ein Update her. Googles erster Treffer gleich ein Volltreffer: Optimize a Cinese Android-Tablet.

Dort drinnen gleich ein Link auf ein sehr gutes 4.1.1-Image. Die Chinesen beschreiben auch sehr gut die Update-Prozedur. Man benötigt lediglich das RKBatchTool. Damit das Tablet unter Windows erkannt wird, muss man einen Nexus-Treiber ein wenig manipulieren. Das RKBatchTool sollte das Gerät erkennen, bei mir signalisierte es aber nur rosa und nicht grün. Der Schalter „switch“ des Tools schaltet das Tablet in den Firmware-Update-Modus. Alle anderen Tricks, wie Tastenkombinationen, USB-Kabel ohne Rechner und Ähnliches funktionieren übrigens nicht und sind, verglichen mit dem Switch-Knopf, auch irgendwie kompliziert. Jetzt benötigt das System einen anderen Treiber. Normalerweise sollte der beim RKBatchTool mitgelieferte Treiber funktionieren, bei mir tat er das nicht, daher musste ich hier noch einen passenden Treiber herunterladen. Der RK30-Treiber sollte funktionieren. Und siehe da, das RKBatchTool signalisierte grün Update-Bereitschaft und es konnte losgehen. Image-Datei angeben, Upgrade drücken, kurz warten, fertig.

Nach vielleicht einer Minute war das neue System installiert. Das Tablet lief deutlich schneller, das Interface gab sich viel moderner. Weil das so problemlos funktionierte, lud ich gleich das nächste Image herunter. Ein gerootetes Android 4.2.2. In dieser Beschreibung kann nochmal nachgelesen werden, dass das Vorgehen identisch zum Update eben abläuft, nur, dass an Stelle von Upgrade dieses Mal Restore gedrückt werden muss. Jetzt noch schnell den ES-Explorer auf dem Tab installieren, um im /system/-Ordner des Tablets, der als beschreibbar (RW) gemountet werden muss (mit Root-Rechten), den Patch abzulegen. Diesen dann in build.prop umbenennen (Beschreibung), /system/-Ordner wieder als readonly mounten (RO) und booten.

Fertig.

Der Patch befördert die Systemleiste wie beim Nexus 7 nach oben, ändert die Auflösung, so dass alles ein bisschen kleiner wirkt, und verbessert die Responsivität. Danach habt ihr ein echt flottes Tablet mit einem immernoch furchtbaren Display.

Leider ist der Homescreen nur im Landscape-Mode, egal, wie man das Tablet auch dreht und wendet. Ich habe deshalb noch den Nova-Launcher installiert, der auch andere Funktionen nachrüstet, der Apex-Launcher ist auch nicht schlecht, es sollten aber auch alle anderen Launcher tun.

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Alles ist Service

Gerade höre ich Musik aus der Amazon-Cloud. Meine Musik. Das ist irgendwie bahnbrechend. Gerade noch haben wir Musik auf physikalischen Datenträgern gekauft und mussten sie überall dort hin mitnehmen, wo wir sie hören wollten, dabei haben wir doch eigentlich einen Datenträger bezahlt und das uneingeschränkte Recht des Genusses der darauf enthaltenen Musik.
Jetzt plötzlich muss ich meine Musik nicht mehr mit mir herumtragen. Sie ist quasi schon da.

Neulich ging mein mp3-Player kaputt. Saturn meinte, dass in weniger als zwei Monaten der reparierte Player abholbereit im Markt liegen müsste. Obwohl ich eigentlich dachte, eine Möglichkeit gekauft zu haben, meine Musik abzuspielen, war es nur ein Gegenstand. Ein Gegenstand, der auch dann mir gehörte, wenn er gerade in irgendeiner Werkstatt lag oder unabgeholt im Markt.

Wenn wir Geräte kaufen, dann, um irgendetwas damit zu erledigen. Die Geräte übernehmen eine Art Service für uns. Sie waschen Wäsche, halten die Wurst frisch oder lassen uns fernsehen. Weil wir von diesem Service abhängig sind, verringern einige Hersteller mutwillig die Lebensdauer solcher Geräte.
Auf der anderen Seite kann man Laptops mit googles chrome-OS nur mieten. Google zeigt hier, dass auch Hardware ein Service sein kann. Da die Verbraucher am Ende nur frische Wurst und einen gesaugten Teppich haben wollen, ohne sich dauernd Neugeräte kaufen zu müssen, werden immer mehr Dinge, die uns einen Service bereitstellen auch ein Service sein. Am Ende wird uns nur noch nutzloses Zeug gehören.
Irgendwie toll.