Print ist nicht tot

Den Verlagen geht es schlecht. Der Anzeigenmarkt ist weggebrochen und nun geht auch noch die Auflage zurück. Das könnte daran liegen, dass immermehr Menschen Ihre Nachrichten über andere Kanäle, zum Beispiel das Internet beziehen. Das wiederum könnte daran liegen, dass viele Leser Nachrichten lieber unterwegs am winzigen Handybildschirm lesen wollen.
Ich glaube ja, dass der entscheidende Unterchied zwischen den Medien nicht der Strom- oder Holzbedarf ist, sondern die Möglichkeit, es zu personalisieren und immer genau dann zur Hand zu haben, wenn man es braucht. Eine normale Tageszeitung erscheint im Monat ungefähr 10mal öfter, als ich sie lesen kann mit ungefähr 20 Artikeln pro Ausgabe, die mich gar nicht interessieren. Dennoch bezahle ich dafür genausoviel, wie jemand, der immer alles liest.
Das ist doch unfähr.
Die Lösung diese Problems könnte neben dem Handy auch eine Zeitung on demand zu sein. Der Tagesspiegel hat einen Themenalarm, über den man am Abend informiert wird, wenn im Tagesspiegel am nächsten Morgen ein möglicherweise interessanter Artikel erscheint. Theoretisch könnte man sich über eine Antwort-SMS diesen Tagesspiegel über Nach liefern lassen.
Ich bekomme auch dann natürlich einen Tagesspiegel voller für mich uninteressanter Artikel – aber eben nicht ständig.
Noch besser löst das die neue Tageszeitung niiu. Hier kann man nich seine Tageszeitung komplett zusammenstellen. Eine ganze Zeitung voller interessanter Seiten. Jede einzelne ist in irgendeiner Tageszeitung meiner Wahl erschienen. So habe ich eine Zeitung ganz ohne Sport-Teil, mit dem Klatsch aus Bild und der Wirschaft des Handelsblatts, den Kommentaren der New-York-Times und der Titelseite der Washington Post.

Veröffentlicht in:  on 20. November 2009 at 22:20 Kommentar schreiben

Google-Analyse

Kristian Köhntopp hat hier eine großartige Analyse über Google geschrieben. Spannend googles offener und wissenschaftlicher Umgang mit Hardwarefehlern in seinen Rechenzentren. Schockierend, wie klar und vorhersehbar das baldige Ende der Nachrichtenagenturen und ihre Ablösung durch einen Softwarekonzern bevorsteht.

Google wird immer weniger eine Firma, die auf Ressourcen zurückgreifen muss, google wird eine Firma, die Ressourcen schafft.

Veröffentlicht in:  on 8. November 2009 at 23:50 Kommentar schreiben

mächtig geirrt

Am Freitag hatte ich ein sehr angenehmes Gespräch. Es handelte im Großen und Ganzen vom Internet und warum die großen Verlage so unter dem Internet leiden müssen. Grundsätzlich sind sie selbst Schuld, weil sie, anders als die unter Piraterie leidende Musikindustrie, es selbst waren, die ihre Inhalte kostenlos ins Netz gestellt haben. Im meinte, dass sie das nur aus nackter Angst machen, da es niemals einfacher war, von einem Sechzehnjährigen im Kinderzimmer ausgespielt zu werden. Die wirklich erfolgreichen Portale sind eben nicht von Verlagen initiiert.

Aber auch in der Preinternetzeit gab es so etwas. In Berlin fanden sich zum Beispiel ein paar Leute, die einfach ein paar Kleinanzeigen ausdruckten und vervielfältigten, und damit den Berliner Tageszeitungen gehörig Angst machten. Die zweitehand bot einen billigeren und besseren Kleinanzeigenmarkt, als ihn die Tageszeitungen hatten. In Berlin setzte man noch in den 90’ern einen alten Kühlschrank oder eine Wohnung ganz selbstverständlich in die zweitehand. Nur zwanzig Jahren nach ihrer Gründung hat die zweitehand das Internet verschlafen.

Veröffentlicht in:  on 1. November 2009 at 21:47 Kommentare (1)

die Quelle

Dass Quelle gerade permanent offline ist zeigt glaube ich recht deutlich, wie sehr man sich der Realität verschließen kann. Extra für den Ausverkauf wurde die Infrastruktur schon aufgestockt, um noch einige Arbeitsplätze wenigstens bis Weihnachten zu sichern.

Zum Glück skaliert die Deutsche Post besser.

Veröffentlicht in:  on at 21:26 Kommentar schreiben

Microsoft lernt

Bis jetzt habe ich auf eigentlich jedem PC den freien Virenscanner Avira eingesetzt. Nachdem ich mir nun ein wunderschönes Windows 7 aufgesetzt habe, wollte ich auch gleich Microsofts neuem Virenscanner Security Essentials eine Chance geben.

Ich bin davon ausgegangen, dass Microsoft entweder einen kleinen Hersteller geschluckt hat, oder aber zahlreiche Virenscanner getestet hat. Das scheint nicht der Fall, denn im Vergleich zu Avira sind die Vorteile:

  1. Das Infofenster fehlt
  2. Die Windows-Warnung während der Aktualisierung fällt weg

und da sind wir auch schon bei den Nachteilen, gegenüber Avira:

  1. die Security-Essentials aktualisieren sich höchst selten
  2. der Aktualisierungsserver scheint regelmäßig nicht erreichbar zu sein
  3. der Rechner friert beim normalen Arbeiten plötzlich ein

Schade. Andererseits hat Microsoft auch bei Windows ziemlich lange gebraucht, um ein überzeugendes Ergebnis vorzulegen

Veröffentlicht in:  on 25. Oktober 2009 at 21:27 Kommentar schreiben

Neues vom YAML

Das A in YAML steht für another und bezieht sich auf Tabellenlayouts. Das Framework hat damals, als es entstand, versucht, dem Webdesigner eine Alternative zum Tabellenlayout zu liefern. Dabei schafft es YAML nicht, Struktur und Layout zu trennen, da es den Content wiederum in die YAML-eigene Struktur zwängt.

YAML ist das Layout-Framework einiger Opensource-Projekte. Das multipliziert seine Verbreitung. Der Grund ist, das Layout so einfach halten zu können, dass es nicht schwieriger zu sein scheint die Site zu gestalten, als ein CMS mit einem Setup-Wizard aufzusetzen.

Damit empfiehlt es sich für aufwändigere Joomla- und WordPress-Projekte und damit für etliche semi-professionelle bis professionelle Seiten – nämlich immer da, wo Unsicherheit darüber herrscht, wie ein mehrspaltiges Layout umzusetzen geht. Das Spannende daran ist, dass einige tolle Kleinigkeiten, wie sinnvolle Druckstyles, schon bedacht sind.

Wer schon weiß, wie Mehrspaltenlayouts gehen, der wird sich eher sein eigenes Framework bauen, als sich einer Tabellenlayoutalternative zu unterwerfen.

Veröffentlicht in:  on 18. Oktober 2009 at 20:39 Kommentar schreiben

Internet-Manifest

Eben habe ich das Internet-Manifest. Es sollte wohl eher Journalismus in der Zeit des Internet heißen, denn es behandel eher weniger Online-Rollenspiele, E-Mail oder Chat. Spannend und absout wichtig.

Veröffentlicht in:  on 11. Oktober 2009 at 22:05 Kommentar schreiben

…und jetzt die Bücher…

Als ich heute amazon.de aufrief, war an Stelle der Produkte, die ich am Liebsten gleich kaufen würde, nur ein beipackzettelartiger Text, der sachlich darauf hinwies, dass trotz dem Fehlen deutschsprachiger Literatur der Amazon Kindle nun in Deutschland zu kaufen sei.

Die Einführung hätte man irgendwie auch spektakulärer gestalten können. Muss man aber nicht. Für mich ist es nur die Ankündigung eines Gerätes, das ich mir ganz gern kaufen würde, Thomas Knüwer beschreibt den Untergang des gedruckten Buches. Zumindest werden uns die Verlage das glauben lassen wollen. Es ist also wieder so eine kleine Revolution. Sie verläuft ohne großes Tamtam und Thomas Knüwer hat recht, die Verlage könnten sie zu verschlafen.

Veröffentlicht in:  on 9. Oktober 2009 at 22:04 Kommentar schreiben

Spaß

Wir ziehen um.
Aus einem Dachgeschosspenthouse mit zwei Terassen in ein dunkles Großraumbüro. Wo man bis eben noch Vögel auf der Terasse beobachten konnte, im Lichte durchatmen, da starrt man nun auf eine sorgfältig geweißte, im Kunstlicht erstrahlende Wand. Um zum Arbeitsplatz zu kommen, benötigen wir nun Keycards, die entscheiden, welcher Weg zum Schreibtisch der Richtige ist. Hatte ich eben noch einen Parkplatz in der Tiefgarage, kann ich nun in Berlins teuerster Parkzone nach einem übriggeblieben Parkplatz suchen. Zufriedene Arbeitskraft scheint entbehrlich.

Beschissene Vorzeichen

Keycards gibt es nicht geschenkt. Auch keine Firewalls, managed Accesslists für WLAN-Hotspots und Portsecurity. All das errichtet, um die Buchstaben zu sichern. Ich arbeite im Verlag, nicht in einer Bank. Kosten für die Einschränkung von Kreativität werden achselzuckend getragen, Aber keiner meiner Verlagskosten hat jemals das Geld in die Hand genommen, eine vernünftige Datenschnittstelle zu schaffen.
Keiner unserer Verlagskunden hat eine normierte Schnittstelle, keiner hat es bis jetzt unternommen, eine API, die sämtliche Systeme zweifelsohne anbieten würden, zu bezahlen. Keiner ist in der Lage, vernünftig Daten mit seinem Internetdienstleister austauschen zu können, geschweige denn, mit andern Partnern oder Kunden. Wir leben im Zeitalter der APIs. Es gibt nichts tödlicheres, als das zu verschlafen.

Und das, meine Damen und Herren, das ist der Untergang der Verlage. Nicht das Internet und keine Wirtschaftskrise!

Veröffentlicht in:  on at 10:45 Kommentar schreiben

Warum ich nicht YAMLe

„Yet Another Multicolumn Layout“ (kurz: YAML) ist ein (X)HTML/CSS Framework zur Erstellung moderner, flexibler Layouts auf Grundlage von float-Umgebungen. Dabei stehen ein Höchstmaß an Flexibilität für den Webdesigner und Zugänglichkeit für die Nutzer im Vordergrund.

tsp-browser-statistik
Hier sehen wir eine überdurchschnittlich schlechte Browserstatistik. Schlecht, weil der Kunde selbst auf nicht unerheblich vielen Arbeitsplätzen ausschließlich den IE6 zum Surfen bereitstellt. Dennoch ist der IE6 dem baldigen Untergang geweiht und wird eher über kurz als über lang aus den Statistiken verschwinden. Angeführt wiederum wird diese Statistik von relativ modernen Browsern. Zählt man den IE7 dazu, würden also 83% der User mit modernen Browsern im Internet unterwegs sein.
YAML kümmert sich um den Rest.
yaml-browserIn der YAML-Statistik tauchen nur Randgruppenbrowser auf. Das (+) bedeutet,

dass auch alle Folgeversionen gleichermaßen fehlerfrei mit YAML zusammenarbeiten sollten.

Wir entwickeln moderne Websites, setzen moderne Anforderungen um und kümmern uns während dessen, dass wir keine veraltete Software aussperren. Ich werde aber niemals einen Firefox 3.5 zwingen, eine IE-Hacks-durchsetzte CSS-Datei parsen zu müssen oder auch nur unnötige Elemente im DOM vorzuhalten, damit eine Randgruppe, bei der ohnehin 80% des Internet schon nicht mehr funktionieren dürfte, im Zentrum der Entwicklung steht.
An erster Stelle steht die Funktionalität der Site und dann ihre Geschwindigkeit. An dritter Stelle kommt dann die Abwärtskompatibilität.

YAML kommt auch nicht in Frage, weil es seine Stärken in flexiblen Multicolumnlayouts ausspielt. Wir dagegen setzen hauptsächlich statische Magazinlayouts um, die seltenst dynamische Spaltenbreiten haben.
Ein weiterer Grund, YAML nicht einzusetzen ist die Fehlende Geschwindigkeits-Optimierung. So besteht das Framework aus mehreren Dateien, die den Seitenaufbau verzögern. Der Weg über @import – Befehle im Stylesheet bewirkt, dass in verschiedenen Browsern die Seite erst layoutlos angezeigt wird, bis die Styles interpretiert werden.

Zum Schluss werden im YAML-Grid allzuoft Styleanweisungen an IDs geknüpft, so dass sich zum Beispiel die Spalten nicht nach unten vervielfachen lassen. Die Klassenbenamung bezeichnet allzu oft das Aussehen, nicht die strukturelle Information eines Elements.

YAML ist gut und wichtig

Die sogenannte Frontendprogrammierung, also das Umstzen von Layouts in html-Struktur fristet oft ein Schattendasein. Sie wird oft entweder vom Backendprogrammierer oder vom Layouter mitgemacht. Da entsteht schnell Frust, wenn es im IE mal nicht tut, und gern werden Layout-Details nicht umgesetzt, weil sie nicht lösbar scheinen. Allgemeine CSS-Regeln, sinnvolle Benamung, Wiederverwendbarkeit und möglicherweise Barrierefreiheit stellen oft eine zu hohe Hürde dar.
Hier spielt ein Framework seine Stärken aus. YAML bietet ein funktionierendes Grid, in das man nur noch eigene Elemente basteln muss, nur diese müssen auch in css umgesetzt werden, das Grid ist erstaunlich flexibel.
Positiv ist auch, dass viele Elemente mitdesignt werden, die man sonst schnell vergisst. So finden sämtliche Formularelemente Beachtung und es gibt extrem sinnvolle print-Stylesheets zum Ausdrucken der Seite.

Veröffentlicht in:  on 6. Oktober 2009 at 21:18 Kommentar schreiben