vom Suizid einer Branche

Huete war ich einem Meeting, in dem es darum ging, den Print-Anzeigenkunden ein geeignetes System bereitzustellen, mit dem sie ihre Anzeigen online aufgeben könnten. Das machen die Anderen schließlich auch – und außerdem kann man sich einige Anzeigenberater sparen. Das System, was aus diesem Treffen resultierte, war ein beinahe technischer Blick in den Satzprozess. Printgetrieben, aber in Perfektion.
Nach etwa einer Stunde kam dann die Frage auf, ob da vielleicht auch eine online-Darreichungsform der Anzeigen geplant wäre – schließlch gäbe man sie da ja auf. Das war so aber gar nicht geplant. Man könne aber ganz einfach die für Print produzierten pdf-Schnipsel online anzeigen.

WTF?

Warum soll ich dem Anzeigenkunden denn anbieten, seine Zielgruppe vielleicht sogar kostenlos zu verhundertfachen? Das wird er doch sicher nicht wollen. Und wenn, dann kann er ja zu einem Konkurrenten wie Immoscout und wie die alle heißen gehen.

Ja. Und das tut er dann auch.

Veröffentlicht in:  on 5. Februar 2010 at 19:15 Kommentare (2)

google stellt ie6-Support ein

Vor kurzem warnte das Innenministerium vor dem Gebrauch von Microsoft-Browsern, was alternativen Browsern ordentliche Zuwächse bescherte. Nun stellt google zuerst auf google-Docs den ie6-Support ein. In unseren Statistiken ist der einstige Marktführer weit unter die 10%-Hürde gefallen. Ich hoffe ja, dass, im Falle eines Updates, der direkte Nachfolger IE7 ausgespart wird. Wünschenswert wäre, wenn auch dieser Browser Ende dieses Jahres nicht mehr in relevantem Umfang im Internet anzutreffen wäre.

Veröffentlicht in:  on 1. Februar 2010 at 00:29 Hinterlasse einen Kommentar

iPad als Feuerprobe

31.01

Alle haben Apples iPad entgegengefiebert, nicht alle, um es zu besitzen, sondern einige auch, um ihren Besitz zu mehren.

Unter den Letzteren dürften an erster Stelle die Verlage stehen, die im iPad eine neue Chance sehe, ihren immergleichen Content ein weiteres Mal zu verhökern. Michalis Pantelouris schreibt in seinem Blog, dass vielen Journalisten der Unterschied der Medien vielleicht gar nicht klar ist, dass der durchschnittliche Online-Leser am Rechner seines Büros liest, dass das iPad aber viel intimer sei. Man nimmt es mit ins Bett, die Bahn, aufs Klo.

Ich sehe im iPad eine riesige Chance verstreichen. Es wird in kürzester Zeit eReader vom Markt fegen. Wenn man jetzt alle Kraft bündelt, und endlich anfängt, für elektronische Geräte zu publizieren, dann könnte der Leserschwund abnehmen. Die Chance des iPad besteht nämlich vor allen Dingen darin, dass sein Format und seine Handhabe der Zeitung so ähnlich sind, dass man eine iPad-Publikation auch als Zeitung ausgedruckt zweitverwerten kann.

Das iPad stellt auch Dinosaurier Adobe vor die Wahl, sich grundlegend zu erneuern, oder zuzusehen, wie zumindest Flash schneller und schneller aus dem Netz verdrängt wird. Unter den Kommentatoren im Flash-Blog scheint niemand traurig darüber zu sein…

Veröffentlicht in:  on 31. Januar 2010 at 23:36 Kommentare (4)

ie6 und Windows7

Menschen gibts…

Es gibt tatsächlich Menschen, laut unserer Zugriffstatistiken gottlob unter 10%, die benutzen immernoch den Internetexplorer 6. Und es gibt Kunden, die wollen auch diesen Menschen die Möglichkeit geben, ihr Website benutzen zu können. Mit beiden Gruppen haben wir immerwieder zu tun – ich benutze nur inzwischen OSX und Windows7. Von Vista war ich gewohnt, für die IE6-Tests die Virtualbox hochzufahren und dort, inzwischen im “seamless mode” den IE6 zu starten.

Dieses Prozedere ist schon reichlich technophil, und deshalb dachte ich, halb im Scherz. dass doch der in Windows7 eingebaute XP-Mode eigentlich Abhilfe schaffen müsste. Die Installation ist recht einfach. Und wirklich, dank dieser überaus einfachen Anleitung habe ich nun im Startmenü gleich neben dem IE8 den IE6.

Witzig.

Veröffentlicht in:  on 28. Januar 2010 at 21:53 Kommentare (3)

verschlafen

Gestern habe ich einen sehr gut überlegten, vielleicht zu blauäugigen aber auf jeden Fall lesenswerten Text über Google bei carta gefunden bekommen. Seine Hauptaussage ist: google will auch längerfristig Gewinne erwirtschaften in seiner Eigenschaft als Vermarkter.

Das ist ganz normal und nicht illegal. Interessant ist, wie google versucht, wirklich nachhaltig an der Spitze zu bleiben.

Gerade eben las ich diesen Text in Techdirt, der sich bewundernd über die Strategie Deutscher Verleger auslässt, die versuchen, google für ihr Scheitern verantwortlich zu machen. Hans-Joachim Fuhrmann vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger wirft nämlich google vor, allein in Deutschland 1.2 Milliarden € durch Werbung in Suchergebnissen einzunehmen, während die Deutschen Verlage nur 100 Millionen € erwirtschaften.

Techdirt schreibt:

And, even if Google was making more money, that still doesn’t excuse Fuhrmann’s claims — which basically amount to him admitting that Google figured out how to make money and the companies he represents did not. Yet the publishers he represents had all of the advantages in the world. They were local. Google was not. They had been around for many more years than Google. They had brand recognition and loyalty that Google did not. Furhmann is basically admitting what a colossal failure the companies he represents have been. They failed to capitalize on a huge opportunity. And now, when Google sends them traffic, they are still failing to use that traffic wisely. And then they blame Google for it? Wow.

Und Arne schreibt hier, welchen Markt die Verleger als nächstes verschlafen werden. Bleibt die Frage, ob es in Deutschland ein Aufbegehren gegen Apple geben wird, da die ja schließlich Gewinn machen, die Verleger nicht…

Veröffentlicht in:  on 23. Januar 2010 at 00:19 Hinterlasse einen Kommentar

vorm Fliegen nackt

In letzter Zeit fliege ich wieder häufiger. Ich finde es auch jedes Mal schön, ungesprengt und ohne ein Hochhaus gestriffen zu haben wohlbehalten dort zu landen, wo zu landen mir versprochen wurde. Da es dort draußen Menschen gibt, die durchaus andere Interessen haben, wird inzwischen jeder Passagier einer langwierigen Kontrolle unterzogen. Diese Kontrolle ist in keiner Weise dazu geeignet, einen geplanten Anschlag auf ein Flugzeug zu vereiteln, es sei denn, er basierte auf einer umgehängten Panzerfaust.

Gestern nun wurde auf dem Münchner Flughafen offensichtlich, dass selbst die unternommenen Kontrollen nichts helfen. Dort nämlich schlug ein Sprengstoffdetektor bei der Kontrolle eines Laptops an. Statt nun das Laptop und dessen Besitzer genauer zu untersuchen, entwich dieser. Daraus lassen sich viele Schlüsse ziehen, CDU-Mann Thomas de Maizière schlägt Nacktscanner vor.

Das ist ungefähr so, als würde man versuchen, mit dem Zähneputzen Skiunfälle zu vermeiden.

Pannen, wie die in München, sind darauf zurückzuführen, dass die Menschen, in diesem Fall Flughafensicherheitskontrolleure, nicht dem Umfang ihrer Aufgaben gewachsen sind. Schließlich war mutmaßlich im Laptop Sprengstoff, nicht im angezogenen Mann. Dieser wiederum ging einfach nach der Kontrolle weiter. Das hätte er genausogut nach dem Nacktscannen gekonnt. Wäre er wirklich nackt gewesen, wäre der Fall vermutlich etwas anders verlaufen.

Ich kann nicht Sicherheit wollen, und am Personal sparen. Auch Nacktscanner machen das Fliegen kein Bisschen sicherer, wenn das Personal nicht ausreichend befähigt ist oder zu wenig Zeit hat, seine Aufgaben gewissenhaft durchzuführen.

Update: Kommentar auf tagesschau.de

Veröffentlicht in:  on 22. Januar 2010 at 00:48 Hinterlasse einen Kommentar

HTML5 auf Youtube

Kurz nachdem auf Testseiten Demos von in nativem html5 umgesetzten Videos zu sehen waren, beginnt Youtube mit der Implementierung. Einfach mal einen modernen Browser installieren (also einen mit Webkit-Engine) auf dieser Seite html5 aktivieren, und sich wundern, dass man während des Videoschauens den CPU-Lüfter nicht mehr hört.

Schöne neue Welt. Und wieder ein Grund mehr, alte Browser in eine ganz dunkle Ecke auf der Festplatte zu drängen und Teil einer neuen Zeitrechnung zu werden.

Veröffentlicht in:  on 21. Januar 2010 at 23:03 Hinterlasse einen Kommentar

Hauptsache dagegen

Ich mag wirres.net. Ich finde, Felix Schwenzel ist einer der wichtigsten Bewohner des deutschsprachigen Netzes. Was Herr Schwenzel hier schreibt, mit welchem Fleiß er den großmäuligen “Qualitätsjournalisten” enttarnt, finde ich großartig.

Im Artikel geht es um einen wichtigtuerischen Artikel, der Google unter anderem vorwirft, den Qualitätsjournalismus zu zerstören, indem sie Inhalte der Qualitätsmedien stehlen, und kostenlos auf ihren Seiten darstellen.

Dass das totaler Humbug ist, ist leider nur wenigen klar. Eingefleischte Papierleser dürften sowas ungeprüft glauben und in ihre Argumentation gegen das Internet übernehmen. Das ist überhaupt das, was mich am meisten am Papier-Medium stört. Dass es, viel mehr als Fernsehen, Radio und Internet, den Leser an eine bestimmte Meinung binden kann, weil der Leser viel weniger die Möglichkeit hat, eine Aussage auf Wahrheitsgehalt zu prüfen, als in anderen Medien. Er müsste sich mehrere Publikationen ansehen, und penibel Aussagen überprüfen, was sowohl finanziell, als auch zeitlich ein Problem ist.

Veröffentlicht in:  on 28. Dezember 2009 at 14:38 Hinterlasse einen Kommentar

35 OpenSource Google-Tools

Google ist eigentlich ganz nett. Sie haben wunderbare Werkzeuge gebaut. Für uns. Seht selbst.

Veröffentlicht in:  on 27. Dezember 2009 at 22:16 Hinterlasse einen Kommentar

SpriteMe

Hier mal nur ein Link. SpriteMe analyisiert eine Webseite und schlägt Hintergrundbilder vor, die man zu einem Sprite zusammenfassen kann.

Veröffentlicht in:  on at 22:11 Hinterlasse einen Kommentar